Alles ist einfach (2013)

Manche Worte tun mehr weh, wenn man sie nicht sagt. Manche berühren mehr, sobald sie nicht nur in Gehörgängen widerhallen, um doch unterzugehen. Kommunikation kann mehr sein als bloße akustische Reize und darum versuchen wir, uns durch ein anderes Organ als unsere Stimme verständlich zu machen – unseren ganzen Körper. Das ganze wird medial unterstützt, dem guten Zeitgeist wird gefolgt. Erwartet eine Art Trailershow: „Alles ist einfach“ sagt die Titelseite des Stückes von Kurt Drawert, mit dessen Erarbeitung wir uns seit November beschäftigen. Der Plot – einfach. Zwei Männer, ein Krankenhauszimmer und politische Umbrüche. Die Idee – einfach. Eine Geschichte fast ohne Worte erzählen. Das Ergebnis – einfach? In Ausschnitten, die wir in diesem Zusammenhang zeigen würden, kann sich jeder diese Frage selbst stellen.

Es folgt …, wir haben es nicht mit der Welt als solches zu tun, sondern nur mit ihrem äußerst minimierten Element. Und damit haben wir schon eine sehr wichtige Formel gefunden, …, die uns helfen wird, unsere Betrachtungen, die Betrachtungen über das Verschwinden sind, sinnvoll anzustellen. 

RAUM = ELEMENT

aber: 

ELEMENT < WELT

Im Element, …, ist alles enthalten, was wir hier sehen und sind. In der Welt ist enthalten, was wir nicht sehen und nicht sind. Das heißt, logischerweise, wir brauchen uns, und das ist das Tröstliche in unserer durchaus schwierigen Lage, nicht um das kümmern, was wir nicht sehen und nicht sind, sondern können uns auf das konzentrieren, was wir sehen und sind.

Der Mensch ist also eine Variable nicht der Welt, sondern des Elementes der Welt.

(Kurt Drawert)

Premiere: 19. Juli 2013 um 20 Uhr, Theater Mandroschke

Aufführungen: 26. Juli 2013 um 20 Uhr, Theater Mandroschke & 27. Juli 2013 um 18 Uhr, Hühnermanhattan

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